Birgit Geistbeck – Inhaberin von Entspannt WohnenHeute überlasse ich Birgit Geistbeck das Wort. Die Expertin für Entspanntes Wohnen war so nett, uns ihre besten Tipps für eine entspannte Vorweihnachtszeit zusammenzufassen.

Birgit Geistbeck ist verheiratet, hat eine Tochter und war zunächst als Feng Shui Beraterin und Aufräum-Coach tätig, bevor sie 2012 Entspannt Wohnen gründete. Mit Entspannt Wohnen unterstützt sie Frauen – vor allem berufstätige Mütter – ihren Alltag zu Hause zu vereinfachen, damit sie wieder mehr Zeit für sich haben. Im Wesentlichen geht es dabei um die drei Schritte: Vereinfachen – Strukturieren – Delegieren. Ihr Wissen und ihre Tipps dazu vermittelt sie vor allem in Online-Workshops, Webinaren und Selbstlernkursen. Einer ihrer Workshops dreht sich genau um das Thema Stress vermeiden vor Weihnachten – er hat gerade begonnen: Klick hier. Nun aber Bühne frei für Birgit:

Ja is denn scho Weihnachten?, hat Franz Beckenbauer einmal in einem Werbespot gefragt.

Nein, es ist noch nicht Weihnachten, es nicht noch nicht einmal Dezember. Der Oktober zeigt sich gerade noch in seinen besten Farben, mancherorts herrschen auch noch milde Temperaturen. Da ist das letzte, woran du wahrscheinlich jetzt denkst, das Weihnachtsfest. Normalerweise kommt mit dem kalten Wetter, den eröffnenden Weihnachtsmärkten und der weihnachtlichen Musik im Radio auch die Weihnachtsstimmung. Wenn du dich erst dann erst mit der Weihnachtsplanung beschäftigst, ist es meist schon zu spät, und du gerätst in Stress und Hektik. Denn ist erst einmal Dezember, überschlagen sich Termine und Vorbereitungen. Die Folge: An Weihnachten liegen die Nerven, deine Nerven, komplett blank, und das kann dem Familienfrieden abträglich sein.

Deshalb ist jetzt die beste Zeit, sich mit Weihnachten zu beschäftigen.

Das heißt nicht, dass du schon damit beginnst, Weihnachtsgebäck zu backen oder Geschenke einzupacken.
Aber du kannst schon einmal alles planen, was für Weihnachten wichtig ist. Wer bekommt welche Geschenke, möchtest du mit deiner Familie Weihnachtskekse backen, verreist ihr während der Feiertage, wird Weihnachtspost verschickt usw.

Damit der Dezember und Weihnachten dieses Mal wirklich stressfrei werden, habe ich hier meine drei besten Tipps für eine entspannte Vorweihnachtszeit.

Tipp #1: Der Dezember hat nur drei Wochen

Okay, der Dezember hat vier Wochen, rein kalendarisch, aber bis Weihnachten sind es nur drei Wochen und für die meisten von uns sind es auch nur drei Arbeitswochen, weil zwischen den Jahren viele Firmen geschlossen sind.

Das bedeutet, dass sich alle Termine im Geschäft, seien es ganz normale Termine oder Jahresendtermine auf drei Wochen verteilen. Terminstress und Hektik sind vorprogrammiert. Dazu kommen noch spezielle Weihnachtstermine, wie Adventsfeiern in Firma, Schule und Kindergarten, diverse künstlerische Auftritte der Kinder, Besuche von Weihnachtsmärkten usw. Das sorgt neben allen „normalen“ Terminen für zusätzlichen Stress und zusätzliche Hektik.

Wenn du jetzt schon dafür sorgst, dass dein Terminkalender im Dezember nicht zu sehr belastet ist, steht einer stressfreien Adventszeit nichts mehr im Weg:

Plane alle deine geschäftlichen Termine vor dem Hintergrund, dass dir im Dezember nur drei Arbeitswochen zur Verfügung stehen. Verlege Termine, die nicht unbedingt im Dezember sein müssen, in die Monate vor oder nach dem Dezember. Erledige alles, was möglich ist, schon im Oktober und November.

Lass die Wochenenden nach Möglichkeit frei von Fortbildungen und geschäftlichen Terminen. Erfahrungsgemäß füllen sie sich von alleine mit Weihnachtsfeiern oder Terminen deiner Kinder.

Verzichte im Dezember konsequent auf alle Termine, die auch in anderen Monaten wahrgenommen werden können, Vorsorgetermine bei Arzt, der berühmte Kontrolltermin beim Zahnarzt fürs Bonusheft, usw.

Tipp #2: Haltet eine Weihnachtsfamilienkonferenz ab

Feiern du und deine Familie wirklich das Weihnachten, das ihr möchtet? Verbringt ihr die Adventszeit so, wie ihr möchtet? Weihnachten ist das wohl traditionsbeladenste Fest im Jahreskreis. Tannenbaum, Weihnachtskekse, Weihnachtsmärkte, Stollen, Mitternachtsmesse, usw. Da schleichen sich schon mal Gewohnheiten ein, es werden Traditionen übernommen, die nicht hinterfragt und einfach als gegeben hingenommen werden, obwohl keiner Wert darauf legt oder das gar nicht möchte.

Möchten wirklich alle in die Mitternachtsmesse gehen?

Muss das Vier-Gänge-Menü sein?

Es ist gut, solche Gewohnheiten einmal in einer Weihnachtsfamilienkonferenz zu überdenken und jedes Familienmitglied zu fragen, was es an Weihnachten machen möchte, essen möchte und worauf es verzichten kann.

So funktioniert eine Weihnachtsfamilienkonferenz

  • Bitte jedes Mitglied deiner Familie, eine Liste anzufertigen, die unterteilt ist in „Was ich an ein Weihnachten mag / auf was ich nicht verzichten möchte“ und „Was ich an Weihnachten nicht mag / auf was ich verzichten kann“ (es gibt keine Tabus, jeder darf sagen, was er meint, und keiner darf den anderen und seine Meinung kritisieren oder abwerten).
  • Vereinbart einen Termin für die Weihnachtsfamilienkonferenz, in der ihr gemeinsam entscheidet, worauf dieses Weihnachten verzichtet wird und was unbedingt sein muss.
  • Besprecht auch, wie ihr die Vorweihnachtszeit gestalten möchtet.
  • Klärt auch gleich, wer für was zuständig ist (am besten schriftlich festhalten).

Das könntet ihr z.B. in so einer Weihnachtsfamilienkonferenz klären

Wo verbringen wir die Weihnachtsfeiertage?

Backen wir überhaupt Plätzchen und wer bäckt?

Verschicken wir private Weihnachtspost?

Möchten wir einen bestimmten Weihnachtsmarkt besuchen?

Wie soll der Weihnachtsbaum aussehen? Wer schmückt den Baum? Was gibt es an Heilig Abend zu essen?

Gehen wir in den Gottesdienst?

Gibt es einen oder mehrere Adventskalender?

Du wirst sehen, dass es bei so einer Weihnachtsfamilienkonferenz viele Ahs und Überraschungen geben wird.

Tipp #3: Schick deinen Perfektionismus im Dezember in Urlaub

Gerade in der Vorweihnachtszeit erwacht bei uns Frauen der Nestbautrieb ganz besonders. Alles soll schön dekoriert sein, am besten riecht es täglich nach frischen Backwaren, wir überbieten uns gegenseitig mit den tollsten, selbstgemachten Adventskalendern, bereiten liebevoll gestaltete Weihnachtspost vor und sorgen nebenbei noch für ein blitzblank sauberes Heim.

Das kann stressig werden, denn alles andere „Normale“ im Haushalt fällt ja auch noch an. Also gönne deinem Perfektionismus im Dezember doch einmal drei Wochen Urlaub. Es reicht auch der gekaufte Adventskalender. Es müssen nicht zwanzig Sorten Weihnachtsgebäck sein. Dein Zuhause muss nicht wie in einer Schöner-Wohnen-Zeitschrift dekoriert sein und den Großputz kannst du auch nach Weihnachten erledigen.

Überleg dir, was dir in der Adventszeit wirklich wichtig ist.

Ist es das aufwändig dekorierte Zuhause oder die gemütlichen Stunden am Abend mit deinen Liebsten? Sind es die frisch geputzten Fenster oder die Schneeballschlacht mit deinen Kindern? Sind es die zwanzig Sorten perfekt aussehenden Weihnachtsplätzchen oder das gemeinsame Backen mit deinen Kindern?

An das perfekt dekorierte und blank geputzte Heim werden sich deine Kinder später bestimmt nicht erinnern, aber an die Vorleseabende im Advent, die Schneeballschlachten und das gemeinsame Backen.

Also bleib entspannt und mach’s dir einfach, auch in der Vorweihnachtszeit

Deine Birgit Geistbeck

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