Kleider aussortieren

Der Kleiderschrank ist eines der liebsten Aufräum- und Aussortierthemen bei meinen (in der Regel weiblichen) Kunden. Frauen lieben es einfach, schöne Röcke, Kleider und Blusen zu kaufen und so sammelt sich über die Jahre so manches an, was den eigenen Kleiderschrank verstopft. Wer dann mangels Lust oder Zeit gemeinsam mit mir den Kleiderschrank räumt, der darf zunächst eines erwarten: Kleiderchaos. Wir räumen zunächst alles aus dem Schrank heraus. Nur so kann man jedes Stück einzeln in die Hand nehmen und kurz und knapp überlegen, ob es 1. noch passt 2. zum eigenen Stil passt und 3. (und das ist am Wichtigsten) man das gute Stück wirklich gerne mag. Denn was nützt der teuerste Cashmere-Pullover, wenn dessen Farbe mich blass machen oder der Schnitt nicht zu meiner Figur passt? Wer jetzt konkrete Tipps zum Aussortieren des Kleiderschranks braucht, der schaue bitte kurz hier entlang zu meinem Blogpost 7 Tipps zum Kleiderschrank ausräumen. Vor einiger Zeit habe ich zu dem Thema auch eine Infografik erstellt – wem die Fragen helfen, der kann sie sich gerne hier noch mal vor Augen führen:

Infografik zum Schrank ausräumen

Infografik zum Schrank ausräumen: Klick zum Vergrößern

Nun aber zu meinem letzten Ordnungsprojekt: drei Stunden Kleiderschrank aussortieren bei meiner Kundin, einer Frau in der Blüte ihres Lebens, erfolgreich im Job, mit Ehemann und zwei süßen Schuljungs. Zunächst räumten wir Fach für Fach alle Kleider auf das Ehebett, das gleich neben dem Schrank im (relativ kleinen) Schlafzimmer stand. Die Fläche des Betts und ca. eineinhalb Meter Boden reichten ganz gut aus, um alle Teile zu sortieren.

Kleiderschrank meiner Kundin vor dem Aussortieren

Der Kleiderschrank meiner Kundin vor dem Aussortieren

Es fiel meiner Kundin zum Glück sehr leicht, sich rasch bei jedem Teil zu entscheiden und so füllten wir im Laufe des Nachmittags einen ganzen Kofferraum voller Kleiderspenden, die ich gleich auf dem Rückweg zum Roten Kreuz nach Nürnberg mitnahm. Hier sammelt die Einrichtung gerade Spenden für die nahegelegene Flüchtlingsaufnahmestelle in Zirndorf. Dass die aussortierten Kleider nicht in den Müll wanderten, sondern nun jemandem eine Freude machen, erleichterte meiner Kundin den Abschied.

Kleiderschrank aussortierenWir lernten gemeinsam an diesem Nachmittag, dass meine Kundin die meisten Kleider in ihren Lieblingsfarben Petrol, Pink und Lila gekauft hatte, ergänzt durch schwarze Basics bei Röcken, Hosen und Kleidern (geht immer). Das Aussortieren bei den Hosen fiel ihr etwas schwerer, weil sie schwer welche finden, die ihr perfekt passen. Das kann ich sehr gut verstehen, weil ich es selbst sehr schwer finde, gut passende Hosen aufzustreiben. Also nervte ich meine Kundin nicht mit weiteren Parolen zum Wegwerfen, sondern sortierte einfach nur für sie vor, so dass wir den optimalen Überblick über alles gewonnen. Nur wer weiß, dass er drei Hosen im fast identischen Schnitt und Stoff besitzt, kann sich schließlich im Zweifel von einer trennen.

Übrigens braucht man zum Sortieren nicht unbedingt viele neue und teure Ordnungshelfer oder -Boxen kaufen. Für Strümpfe, Leggins oder Strumpfhosen wählten wir an diesem Tag zwei saubere Bäckertüten aus Papier. Wenn man darin den Rand umkrempelt, werden sie stabil und bieten genügend Platz für Strumpfwaren. Diese hatten wir schön gefaltet und hochkant aneinander gestellt. So sieht man immer sofort, was man alles besitzt und kommt mit einem Griff an die richtige Strumpfhose heran.

 

Am Ende meines Einsatzes hatten wir gemeinsam gefühlt die Hälfte des Kleiderschranks aussortiert. Als ich ein paar Tage später nachfragte, ob sich meine Kundin mit dem Ergebnis immer noch wohl fühlt, schrieb sie mir Folgendes:

Der Morgen nach dem Aufräumen war einfach wunderbar. Das hält bei mir noch immer an. Ich freue mich, wenn ich meine Schänke sehe.Es sind mir in der Nacht [nur] zwei Dinge eingefallen, die ich lieber behalten wollte. Das eine war ein Tuch, das andere ein Rollkragenpulli.

Ich ertappte mich eine Woche später, wie ich schon wieder nach Handtüchern Ausschau hielt. Zum Glück nahm ich dies bewusst wahr. Ich kaufte mir keine Neuen. Jetzt warte ich erstmal ab, wie wir mit den vorhandenen Dingen zu recht kommen.

Schals

Seidenschals und Tücher hochkant in Boxen gestapelt – so sieht man alle ganz genau und behält den Überblick.

Bei den Handtüchern, die ungefähr drei Regalbretter voll Platz wegnahmen, riet ich ihr nämlich zu Folgendem: Behalte zwei Paar Handtücher für jedes Familienmitglied und zwar die Schönsten, die ihr habt. Die anderen gebt lieber weg, denn sie nehmen nur unnötig Platz weg. Mit zwei Paar kommt man in der Regel auch ohne Trockner sehr gut aus. Und wenn man noch zwei Sets für Gäste bereit hält, hat man auch beim nächsten Magen-Darm-Virus aus dem Kindergarten noch welche für den Notfall in Peto.

Nun aber zum Ergebnis bzw. zum Vorher-Nachher-Vergleich. Als Abschluss siehst du hier noch je ein Bild. Einmal die linke Seite des Kleiderschranks (vorher-nachher) und einmal die rechte. Ich hoffe, das inspiriert dich auch für deinen nächsten Aussortier-Tag bei T-Shirts, Blusen und Co.

Vorher Nachher Bild Kleiderschrank aussortieren Vorher-Nacher-Kleiderschrank_1

 

Fähigkeiten

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Gepostet am

1. November 2015

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