Bisher habe ich hier im Blog noch nichts darüber geschrieben, aber wir versuchen in unserer Familie, möglichst ökologisch zu leben und handeln. Nicht immer konsequent und sicher nicht perfekt, aber wir geben uns Mühe. Das bedeutet zum Beispiel, dass wir z.B., wenn es möglich ist, das Rad nehmen anstatt des Autos, (fast) immer Stoffbeutel zum Einkaufen benutzen anstatt Plastiktüten zu kaufen und Obst und Gemüse möglichst lose vom Bauern aus dem Umland beziehen.

Ich möchte dir hier im Blog ab sofort immer wieder eine kleine Anregung mit an die Hand geben, die du ganz leicht selbst umsetzen kannst, um dein Leben ein Stückchen ökologischer zu gestalten. Ganz wichtig ist mir, dass diese Artikel nicht mit einem erhobenen Zeigefinger daher kommen. Sie sollen nicht belehren, sondern nur einen alternativen Weg aufzeigen, Denkanstoß sein und gerne auch zu lebhaften Diskussionen führen.

Ich bin sehr gespannt, wie dir diese neue lose Serie an Artikeln gefällt und welche Tipps du eventuell selbst zum Thema hast. Auf Pinterest habe ich übrigens eine neue Pinnwand zum Thema „Plastikfrei leben“ angelegt, auf der ich zu diesem speziellen Thema Ideen sammle. Nun mein kleiner Tipp für heute:

Milch, Joghurt und Sahne in Glasflaschen

Um Müll zu vermeiden, kaufe ich seit Kurzem Milch, Sahne und Joghurt in Glasflaschen anstatt in Tetrapacks ein. Vor einiger Zeit habe ich das schon einmal probiert, allerdings war der Biomarkt, bei dem ich die Flaschen hätte zurückgeben können und neue kaufen, nicht auf meinem täglichen Weg zwischen Arbeit, Kindergarten und zuhause und so hat es sich einfach als nicht praktikabel erwiesen.

Wie bin ich überhaupt auf die Idee gekommen, die praktischen Tetrapacks gegen Glas-Mehrwegflaschen zu tauschen?

Tetrapacks  bestehen aus Karton (ca. 70 %), Holz (meist aus Skandinavien), Polyethylen (25 %) gegen Durchnässung sowie Aluminiumfolie (4 %) zum Schutz vor Licht und Sauerstoff.  Polyethylen wird aus Erdöl produziert und kann aus Getränkekartons nicht mehr „sortenrein“ wieder gewonnen werden, weshalb es verbrannt wird.  Das Umweltbundesamt bezeichnet Einweg-Getränkekartons alias „Tetrapacks“ als „ökologisch vorteilhafte“ Einwegverpackung und stuft sie in etwa so sinnvoll ein wie Glas-Mehrwegflaschen. Genau dies bezweifelt allerdings die Deutsche Umwelthilfe (DUH), da der Plastikanteil der Getränkeverpackungen in den letzten Jahren zugenommen habe und zum anderen die verlangte Recyclingquote von 60 % nicht mehr erreicht werde.

„Die DUH fürchtet, dass „nicht viel mehr als die Hälfte der im ersten Halbjahr 2009 angefallenen Mengen in Deutschland verwertet wurde.“ Teilweise wird der Müll nun 1.200 Kilometer nach Spanien verfrachtet. Wenn die Kartons verbrannt würden oder mehr als 1.000 Kilometer transportiert, so sei das „ökologischer Irrsinn“, findet die DUH.“
Quelle

Wenn also nicht sichergestellt werden kann, dass erstens alle unsere brav im Gelben Sack gesammelten Tetrapacks tatsächlich recycelt werden und zweitens das darin enthaltene Polyethylen und Aluminium nicht hundertprozentig wieder aus dem Verbundstoff gelöst werden kann und diese drittens, in vielen Teilen Deutschlands Tetrapacks überhaupt nicht recycelt werden, dann ist unsere Entscheidung für die Glasflasche bei Milch, Joghurt und Sahne ziemlich klar.

Glasflaschen bei Milch, Joghurt und Sahne als ökologische Alternative zum Tetrapack

Mein Fazit aus dem Thema Milch aus Glasflaschen oder Tetrackapacks

Nach unserem Umzug im Juni kaufe ich ein bis zwei Mal pro Woche in einem Edeka-Markt unseres Viertels ein. Dort gibt es Milch und Sahne des regionalen Anbieters „Frankenmilch“ sowie Joghurt von „Berchtesgadener“. Normalerweise kaufe ich Milchprodukte nur in Bio-Qualität – jetzt muss ich mich entscheiden zwischen Müllvermeidung und regional einkaufen (Frankenmilch) oder Biomilch im Tetrapack. Beides gäbe es wiederum nur im Biosupermarkt (In Franken z.B. vom Demeter-Anbieter Schrozberger) für den ich einen extra Weg (mit dem Auto) einlegen müsste, was ich momentan einfach nicht regelmäßig schaffe.

Mein Kompromiss für den Moment: Regionale Frischmilch in der Flasche, verursacht null Müll und kann bis zu 16 mal wieder befüllt werden. In diesem Artikel kannst du lesen, warum es sinnvoll ist, bei Glasflaschen auf regionale Anbieter zu setzen. Dort wird beschrieben, dass aufgrund der höheren Transportkosten von Milch in Flaschen darauf geachtet werden sollte, dass der Anbieter im Umkreis von bis zu 150 km beheimatet ist. Die Münchner können also aufatmen und bedenkenlos Milch der Berchtesgadener Bergbauern kaufen, während wir Franken uns ökologisch gesehen lieber an die Milch der hiesigen Bauern halten sollten.

Der Nachteil von Frischmilch in der Flasche ist übrigens die relativ kurze Haltbarkeit von circa einer Woche. Man sollte seinen Verbrauch also sehr gut im Blick haben, um nicht verdorbene Milch wegschmeißen zu müssen. Das wäre für die Ökobilanz sicher überhaupt nicht gut. Bei uns gibt es da übrigens eine sehr kinderfreundliche Lösung. Bleibt Milch übrig, kochen wir eine Runde Vanillepudding oder Milchreis und alle Jungs sind glücklich. 🙂

Für welche Verpackungsform hast du dich bei Milch und Milchprodukten entschieden und warum?

Mehr zum Thema erfahren kannst du u.a. hier:
https://klima-luegendetektor.de/tag/tetrapak/
https://utopia.de/0/magazin/oeko-dilemma-milch-was-ist-wichtiger-verpackung-oder-transport

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