Wie du vielleicht schon an dem ein oder anderen meiner Instagram-Bilder bemerkt hast, bin ich ein bekennendern Fan von Rosa und Pink. Zum Glück sind meine Männer da sehr tolerant, so dass ich sogar das Schlafzimmer total „rosanisiert“ habe. So verwundert es nicht, dass ich vor einiger Zeit auf die Ordnungsbloggerin Anita Mirja gestoßen bin. Sie ist liebt Rosa genauso, wie ich und schreibt in ihrem Blog über ihr Leben zwischen Wissenschaft, Ordnung und drei Kindern. Nebenbei macht sie noch wirklich tolle Fotos – ihr seht schon, ich bin total verliebt in rosanisiert.de. Heute darf ich Anita Mirja für Mama macht Ordnung befragen. Viel Spaß beim Lesen!

Mama-macht-Ordnung_Rosanisiert-Anita

Anita hat in ihrem Blog dieses Jahr das erste Mal über ihren Frühjahrsputz geschrieben.

Anita, du hast im letzten Jahr deinen Ordnungs-Blog Rosanisiert gestartet, obwohl du von dir selbst sagst, du seist unordentlich. Wie geht denn das zusammen?

Das Thema Ordnung beschäftigt mich sehr, weil ich selbst nicht so gut Ordnung halten kann. Ich bin ja Wissenschaftlerin und nähere mich den Dingen gerne erst einmal von der theoretischen Seite. Deshalb habe ich auch schon sehr viele Bücher und natürlich Blogs zu dem Thema gelesen. Dabei ist mir aufgefallen, dass fast alle Blogs von Leuten geschrieben werden, denen Ordnungshalten nicht schwer fällt.

Deshalb versuche ich auf meinem Blog Rosanisiert einen etwas anderen Blickwinkel einzunehmen und schreibe über Ordnung aus der Sicht einer Anonymen Chaotin.

Rosanisiert steht dabei für rosa und organisiert – im Sinne von glamourös, elegant, kreativ und trotzdem strukturiert.

Du bist promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin. Wie hat dich das Thema Chaos und Ordnung während deiner Zeit als Studentin und später als wissenschaftliche Mitarbeiterin beeinflusst?

Ich muss sagen, dass ich zum Glück sehr gut zwischen privater Ordnung und Ordnung im Beruf bzw. während des Studiums unterscheiden kann. Deshalb nenne ich mich ja auch Anonyme Chaotin, da ich diese Charaktereigenschaft gut verbergen kann. Auch wenn unsere Wohnung öfters im Chaos versank, galt das zum Glück nicht für meine Unterlagen für Schule, Studium und Beruf. In diesen Dingen reiße ich mich immer sehr zusammen und halte Ordnung.

Anita ist selbst beim Frühjahrsputz schick!

Schick sieht sie beim Putzen auf jeden Fall schon mal aus, finde ich!

Schon mal den Abgabetermin einer Hausarbeit verschlampt?

Ich weiß, ich bin eine Streberin – aber ganz ehrlich noch nie.

Welchen Tipp gibst du Studenten mit auf den Weg, die es mit der Ordnung auch nicht so genau nehmen?

Da kann ich nur ein Zitat von Einstein anbringen: „Geniale Menschen sind selten ordentlich. Ordentliche selten genial“.

Aus der Psychologie weiß man, dass wir über begrenzte kognitive Ressourcen verfügen. Nutzen wir für eine bestimmte Aufgabe – zum Beispiel für das Lernen – viele dieser mentalen Kapazitäten, nehmen unsere kognitiven Ressourcen ab. Deshalb rate ich Studierenden, denen das Ordnunghalten schwer fällt, ihre kognitiven Ressourcen für wichtige Aufgaben – zum Beispiel für das Lernen oder das Ordnunghalten der Uniunterlagen – zu verwenden. Dann ist es eben egal, ob die Wohnung während der Klausurenphase nicht blitzt, dafür sind aber die Unterlagen in Ordnung. Am besten lernt man sowieso in der Bibliothek oder im Café – dann stört einen das Chaos zuhause schonmal nicht mehr so sehr.

Anita hat drei Kinder (*2008, *2012, *2014) und wohnt mit ihrer Familie in Berlin. Ich will sie fragen, wie Sie Ordnung und Zeitmanagement in Ihrer Rolle als Mutter braucht.

In meiner Rolle als Mutter ist es mir wichtig, nicht den ganzen Tag mit Haushalt und Putzen zu verbringen, auch wenn es mir oft so vorkommt. Deshalb suche ich auf meinem Blog immer nach guten Ordnungstipps, die auch für unordentliche Menschen funktionieren.

In Bezug auf das Zeitmanagement hat mir sehr gut der Tipp „Eat the Frog First“ geholfen. Dieses Sprichwort bedeutet, dass man die wichtigste Aufgabe des Tages als allererstes erledigt, bevor man sich nebensächlicheren Dingen widmet. Allerdings stehen oft 10 wichtige „Frösche“ auf der To-Do-Liste – dann sollte man mit dem unangenehmsten anfangen. Gelingt mir natürlich immer. Also meistens. Jedenfalls relativ oft.

Anita-buegelt-rosa

Ich selbst hasse Bügeln ja wie die Pest. Verstehe gar nicht, wie Anita dabei so selbstvergessen und glücklich aussehen kann. Ob das wegen des rosa Bügeleisens ist?

Anita, was fällt dir ein, wenn du an Ordnung und deine Kinder denkst?

Meine Kinder sind das beste Beispiel dafür, dass ein natürlicher Ordnungssinn angeboren sein kann. Meiner großen Tochter zum Beispiel fällt Ordnunghalten nicht sehr schwer. Sie räumt mir sogar öfter mal hinterher und sagt zum Beispiel: „Mama, gehört die Handtasche etwa in die Küche?!“ Stell dir vor, sie räumt sogar manchmal ganz von alleine die Spülmaschine auf und wischt mal eben kurz den Küchentisch – ein Traum!

Welche Rolle spielt dein Mann bei der Arbeit mit den Kindern und im Haushalt?

Eine vollkommen gleichberechtigte Rolle, bei der ich das Sagen habe (das sieht er natürlich vollkommen anders :)).

Hast du weitere Helfer, die dich unterstützen? z.B. Großeltern, Babysitter, Putzhilfen o.Ä. Und wenn ja, wie klappt das?

Wenn meine Mutter zu Besuch ist, dann hilft sie immer sehr viel im Haushalt mit. Aber leider wohnt sie so weit weg. Wenn bei uns ein besonderes Ereignis ansteht, dann springen auch andere Familienmitglieder, wie meine Schwiegermutter oder mein Bruder als Babysitter ein. So etwas muss aber lange im Voraus geplant werden. Spontan einen Abend freinehmen oder Hilfe anfordern ist eher schwierig.

Damit Ordnung mehr Spaß macht entwirft Anita Ordner und andere Ordnungsprodukte, die man bei Dawanda kaufen kann.

Damit Ordnung mehr Spaß macht entwirft Anita Ordner und andere Ordnungsprodukte, die man bei Dawanda kaufen kann.

Hast du einen Tipp zur Organisation des Familienalltags, der anderen Eltern weiterhelfen könnte?

Mein persönlicher Traum wäre ja ein attraktiver Haushälter, der den kompletten Haushalt schmeißt. Leider wollte mein Mann diese Rolle nicht für mich übernehmen. Vielleicht können ja andere Mütter ihre Partner dazu überreden oder tatsächlich jemanden einstellen?

Ich glaube ansonsten ist ein wichtiger Tipp, die eigenen Ansprüche und Ziele in Bezug auf Ordnung etwas zurückzuschrauben. Ich würde mir zum Beispiel immer wünschen, dass es bei uns aussieht wie bei „Schöner Wohnen“. Mittlerweile bin ich aber auch schon glücklich, wenn unsere Wohnung nicht als potenzieller Kandidat für „das Messie-Team“ durchgehen würde.

Wer räumt bei euch zuhause meistens auf?

Ganz klar ich. Oder vielleicht ab und zu mein Mann. Ok ich gebe zu, manchmal macht er eventuell etwas mehr als ich. Aber wirklich nur sehr selten. Oder vielleicht auch öfter. Jedenfalls räume ich GEFÜHLT immer mehr auf als er. Ich bin also die Aufräumerin der Herzen.

Ordner-wichtige-Dokumente

Wichtige Dokumente haben wir zuhause am Rechner und in Papierordnern sortiert. Aber so schön, wie die von Anita, sehen sie nicht aus. Noch nicht. 🙂

Wie bringst du deinen Kindern Ordnung bei?

Ganz einfach: Lasst die Wohnung so unordentlich werden, dass es auch die Kinder stört. Dann fangen sie – wenn man Glück hat – von alleine an mitzuhelfen. Oder auch nicht.

Wir hatten eigentlich mal die Regel aufgestellt, dass die Kinder nur fernsehen dürfen, wenn das Zimmer in Ordnung ist. Aber leider haben sie mich durchschaut und gefragt, warum ich denn fernsehen dürfte, obwohl mein Schreibtisch immer noch unordentlich sei. Also wenn man selbst ein gutes Vorbild ist, dann ist eine tägliche Ordnungsrunde mit anschließender Belohnung sicher eine tolle Idee!

Gibt es bei dir zuhause einen Haushaltsplan und wenn ja, wie funktioniert der?

Ja im Haushaltpläne aufstellen bin ich super! Ich designe dann immer schöne Tabellen, wann welche Aufgabe erledigt werden muss und weise sie verschiedenen Familienmitgliedern zu. Leider findet mein Mann dann immer, dass ich ihn viel zu sehr einbinden würde und mir selbst nur die schönen Aufgaben (z.B. Dekorieren) zukommen lasse. Dabei ist das natürlich überhaupt nicht wahr. Dekorieren ist auch eine sehr wichtige Aufgabe, für ein schönes Zuhause und von vielen Leuten völlig unterschätzt.

Planst du das Essen/Kochen für die Familie vor? Stichwort Menüplanung.

Ja, das habe ich schon einmal ausprobiert. Ich habe einen tollen Menüplan aufgestellt und sogar die entsprechenden Zutaten für eine Woche Essen eingekauft. Lauter gesunde Gerichte!

Allerdings ist bei uns mein Mann für das Kochen zuständig. Er fand meinen Menüplan leider nicht ganz so toll wie ich. Eventuell lag es daran, dass ich nicht IMMER alle Zutaten gekauft habe und das ein oder andere vergessen hatte. Da hat er sich furchtbar aufgeregt und meinte, „wie soll ich denn Tomatensuppe kochen, wenn du vergessen hast, Tomaten zu kaufen?!“ Meinen Hinweis, dass ein guter Koch eben improvisiert, hat er nicht nachvollziehen können und so habe ich das Thema Menüplanung wieder aufgegeben.

Nutzt du digitale Ordnungshelfer und wenn ja, welche?

Wir haben einen synchronisierten Kalender, in den ich immer alle Termine schreibe. Das ist wirklich toll! Leider passiert es mir manchmal, dass ich Termine zwar in einen meiner schönen Schreibtischkalender eintrage (es gibt da wirklich wunderschöne Exemplare!), aber dann total vergesse, sie auch in den digitalen Kalender aufzunehmen. Deshalb mein Tipp: Bei Kalendern ist weniger mehr.

Dein bester Ordnungstipp für Mamas:

Da habe ich gleich drei: 1) Think Pink, 2) Mach es fertig und 3) Belohne dich selbst. Die richtige Einstellung zum Aufräumen macht bei mir immer sehr viel aus. Beginne ich das Putzen schon lustlos, bin ich schnell genervt von den immer nicht enden wollenden Aufgaben. Damit ich nicht das Gefühl habe, nie fertig zu werden, versuche ich immer eine Aufgabe erst komplett abzuschließen, bevor ich die nächste anfange. Außerdem empfehle ich, sich selbst regelmäßig mit kleinen Geschenken zu belohnen und die eigene Leistung wertzuschätzen. Gerade letztens habe ich mir ein wirklich sensationelles Kleid gegönnt – schließlich habe ich ja auch so toll aufgeräumt.

Anitas Ordnungsblog rosanisiert.de

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Damit Ordnung mehr Spaß macht entwirft Anita Ordner und andere Ordnungsprodukte, die man bei Dawanda kaufen kann: Zu Anitas Dawanda-Shop

Fotos von Janine Escher und Anita Hubert

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Liebe Anita Mirja,

hab vielen Dank für deine tollen Antworten. Ich hab mich beim Lesen halb kringelig gelacht und bin froh, dass du mit soviel Humor und Augenzwinkern auf das vermeintlich bierernste Thema Ordnung blickst. Schön, dass ich dich und deinen Blog kennengelernt habe!

Mit ordentlichen Grüßen aus Nürnberg von

Julia

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