Willkommen zum Start meiner neuen Interviewreihe Mama macht Ordnung. Darin stelle ich dir ab sofort echte Power-Frauen vor. Frauen, die wissen, was wirklich hilft gegen das Chaos im Kinderzimmer. Frauen, die über die Jahre ausgeklügelte Zeitpläne entwickelt haben, um Job, Kinder und Freizeit zu organisieren. Grund genug für mich, mir ihre besten Ordnungstipps zu holen und mit euch zu teilen. Nun aber Bühne frei für meinen ersten Gast bei Mama macht Ordnung, die Rechtsanwältin Monessa Weber.

Rechtsanwältin Monessa Weber, Wiesbaden

Monessa ist Rechtsanwältin und wohnt mit ihrem Mann und drei Kindern (9, 7, 3) in Wiebaden. Wir kennen uns über das Netzwerk selbstständiger Mütter, die Mompreneurs. Besonders beeindruckt war ich von Monessas Organisationstärke – es ist ja nicht gerade leicht drei Kinder neben einem so zeitraubenden Job wie dem ihren großzuziehen. Heute hoffe ich auf ein paar gute Tipps.

Liebe Monessa, was bedeutet für dich Ordnung?

Alles muss sein Platz haben, sowohl zu Hause (Boxen) als auch in meinem Büro (Ordner). Und zwar so, dass ich die Dinge sofort finden kann. Und vor allem, damit es überall aufgeräumt und strukturiert aussieht. Sonst kann ich nicht klar denken. Sobald ich etwas nicht sofort finden kann, weiß ich, stimmt etwas mit meinem Ordnungs-System nicht.

Was ist dein Geheimrezept? Was tust du, wenn ein wichtiger Gerichtstermin ansteht und eines deiner Kinder krank ist?

Kam noch nicht vor. In dem Fall würde ich den Richter anrufen und den Termin verlegen lassen. Da sind die Gerichte immer sehr verständnisvoll. Aber bei anderen Terminen kam das natürlich schon vor:

1.    Bei Fieber und/oder Schmerzen (außer Bauchschmerzen, dann Iberogast) gebe ich meinem Kind mindestens eine Stunde vor dem Termin Nurofen-Saft.
2.    Nehme das Kind mit in den Büroraum. Dann kann ich das Mandantengespräch im Konferenzraum führen.
3.    Er wird von Pingu über YouTupe auf meinem PC unterhalten. Diese Filme bestehen aus mehreren Folgen und sind über 2 Stunden lang. Man muss den Film nicht laut hören und es gibt keine Werbeunterbrechung. Wir haben im Archivraum für solche Notfälle eine Faltmatratze, Decke und Kissen. Eine andere Kollegin im Büro hat auch zwei Kinder.
4.    Habe mein Handy mit den Lieblingsspielen aufgerüstet.
5.    Habe seine kleine Tasche mit Essen, Hefegebäck vom Bäcker und Wasser dabei.

Welche Rolle spielt dein Mann bei der Arbeit mit den Kindern und im Haushalt?

Er ist mein Partner bei allen Dingen, ob Haushalt oder den Kindern. Sobald er das Haus betritt, ist er Hand in Hand mit mir dabei und wir teilen uns dir Arbeit. Bestimmte Rituale sind schon eingespielt.

Hast du weitere Helfer, die dich unterstützen, und wenn ja, wie klappt das?

Ich gönne mir eine Haushaltshilfe Montag bis Freitag für 1-2 Sunden.

Ich habe zwei Babysitterinnen (Zwillingsschwestern) Die Babysitterin können allerdings nur in den Ferien und am Wochenende. Ausnahmsweise können sie unter der Woche von 17 bis 22 Uhr. Sie musste einmal kommen, weil mein Mann meinen Termin vergessen hatte und nicht pünktlich um 17 Uhr zu hause war. Sie war in 5 min da und ich konnte weg.

Zur Not habe ich auch zwei vertrauenswürdige Nachbarinnen (Mütter), die mir die Kinder nehmen würden. Die Großeltern wohnen zu weit weg und sind auch selbst nicht mehr fit genug. Nichts desto trotz bleibt jeder Notfall eine Herausforderung, die ich aufs Neue meistern muss.

Hast du einen Tipp zur Organisation des Familienalltags, der anderen Eltern weiter helfen könnte?

Unbedingt den Haushalt machen lassen. Macht nicht alles selbst. Ich z. B. spare mir das Geld an anderer Stelle dafür. Lieber nehme ich mir die Zeit für meine Kinder.

Wer räumt bei euch zuhause meistens auf?

Am meisten ich. Am Montag freue ich mich daher so richtig auf mein Büro in Wiesbaden.

Wie bringst du deinen Kindern Ordnung bei?

Sobald ich am Aufräumen bin, müssen sie mit anpacken. Ich teile vorher die Aufgaben auf. Mit dem Dreijährigen klappt es natürlich nicht. Es gibt kein TV ohne vorher alle Zimmer aufgeräumt zu haben. Wenn sie mal einen schlechten Tag haben, dann lass ich sie in Ruhe. TV gibt es aber erst, wenn sie es sich nach getaner Arbeit „verdient“ haben.

Gibt es bei dir zuhause einen Haushaltsplan und wenn ja, wie funktioniert der?

Nein. Noch nicht. Dafür sind die Jungs noch zu klein (9, 7 ,3). Mit meinem Mann brauche ich das nicht. Die Aufteilung ist uns über Jahre klar geworden.

Planst du das Essen/Kochen für die Familie vor?

Nein. Immer nach spontaner „Eingebung“ bzw. danach, was ich da hab. Bestimmte Dinge habe ich immer im Vorrat: Reis, Pasta, Zwiebeln, Tomaten, Kartoffeln, Ingwer, Knobi, Mehl, Tiefkühlgemüse, Fleisch (Frisch gekauft und eingefroren).
Ich habe aber natürlich immer im Hinterkopf:
1.    Was gab es gestern?
2.    Was mögen die Jungs auf keinen Fall?
3.    Immer genug Rindfleisch in der Woche (2-3 mal) kochen. Dafür kauf ich allerdings nur Bio-Fleisch.

Nutzt du digitale Ordnungshelfer und wenn ja, welche?

Ich arbeite nur mit  Iphone Notizen und Kalender als Erinnerungshilfen. Keine Synchronisation. Das kommt später, wenn die Jungs älter sind.

Dein bester Ordnungstipp für Mamas

Schafft euch viele durchsichtige Boxen (Ikea) in klein und groß! Und einmal Zeit nehmen und gründlich aufräumen vom oben bis unten.

Entsorgen. Entsorgen. Entsorgen.

Leider muss man dies dann einmal im Jahr wiederholen. Aber dann ist der Aufwand nicht mehr so groß. Das System ist ja schon da.

Fazit:
Trotz aller Organisation und Hilfe ist das Leben einer Mutter (egal, ob sie arbeitet oder nicht) ein sehr anstrengendes und kräftezerrendes Leben. Aber um nichts auf der Welt möchte ich dieses Leben gegen irgendein anderes tauschen. Eines Tages sind meine Jungs aus dem Haus. Diese Jahre gehen schneller vorbei als man denkt.

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