Im März ist meine neue Interviewreihe Mama macht Ordnung gestartet. In der ersten Folge befragte ich die Rechtsanwältin und dreifache Mutter Monessa nach ihren besten Tipps gegen das Kinderchaos und bekam super Tipps zum Zeitmanagement für berufstätige Mütter.

Heute darf ich euch eine weitere tolle Mutter vorstellen: Die Regensburgerin Geraldine hat drei Kinder (5, 3 und 1 Jahr alt) und wird im Sommer ihr viertes Baby zur Welt bringen. Ganz nebenbei wuppt sie noch zwei Herzensprojekte. Einmal die Entwicklung der App Viitta, die bei der Organisation des Familienalltags helfen soll. Und ganz neu verfolgt sie ihren Blog Winterspeck und Frühlingsrollen, der Müttern dabei helfen soll, sich und ihre Familie gesund und lecker zu ernähren und so ganz nebenbei wieder zur Traumfigur (zurück) zu finden.

Geraldine Binting

Ich frage Geraldine: Was bedeutet für dich Ordnung?

Sauber – Aufgeräumt – Gemütlich

Was ist dein Geheimrezept? Wie schaffst du es, schwanger drei Kinder, Haushalt und Selbstständigkeit zu meistern und dabei auch noch gelassen zu bleiben?

Morgens um 10 Uhr habe ich mit viel Einsatz alles soweit in einen perfekten Zustand versetzt, aber abends um sieben ist nichts mehr davon zu erkennen – und am nächsten Morgen alles wieder von vorne… tja ja… Habe ich ein Geheimrezept? Ich mache die Hausarbeit nicht zu meinem Lebensmittelpunkt und ich mache sie auf keinen Fall allein! Außerdem ist der Freitag mein „ICH-TAG“: Dieser Tag gehört nur mir und da verschwinde ich in die Therme, beim Friseur, beim Treffen mit der besten Freundin, bummel durch den Buchladen oder entspannt und allein durch Ikea oder gehe Floaten – alles ist erlaubt, was meiner Seele gut tut und gute Laune macht!

Welche Rolle spielt dein Mann bei der Arbeit mit den Kindern und im Haushalt?

Mein Mann ist auch selbstständig und hat sein eigenes Unternehmen. Dadurch ist er auch mal viel unterwegs, aber auch sehr flexibel. Uns ist es sehr wichtig, dass einer von uns beiden für die Kinder da ist. Die Großeltern wohnen weiter weg und können nicht spontan einspringen, da ist eine gute und schnelle Kommunikation zwischen uns beiden wichtig. Wir unterstützen uns gegenseitig und halten uns so den Rücken frei, wenn einer einen Termin hat oder kurzfristige Planänderungen anstehen – dann springt der andere ein! In Haushaltsangelegenheiten muss ich mich noch in Geduld üben – von allein geht da nix! Aber, wenn ich ihm seine Aufgaben im Kalender oder bei wunderlist notiere, dann wird das auch recht fix und termingerecht erledigt.

Hast du einen Tipp zur Organisation des Familienalltags, der anderen Eltern weiterhelfen könnte?

Ich hole mir immer wieder Motivation und jede Menge Spaß bei der Müttermafia um den Familienalltag humorvoller zu gestalten! Denn „Zusammen ist man weniger allein und gute Freunde kosten weniger als eine Therapie!“ Ich streite nicht mehr um Kleinigkeiten und lasse viele Dinge meine Kinder selbst entscheiden (ob sie sich jetzt warm anziehen wollen oder nicht). Überhaupt: Traue Deinen Kindern ruhig mehr zu, denn nur dann können sie später, wenn es wirklich darauf ankommt, vernünftige Entscheidungen treffen!

Wer räumt bei euch zuhause meistens auf?

Ich – Ich habe am schnellsten das Bedürfnis nach äußere Ordnung gleich innere Ordnung, vor allem, weil ich auch oft Zuhause arbeite!

Wie bringst du deinen Kindern Ordnung bei?

Ich räume ihnen nicht alles hinterher! Sie denken sonst noch mit 25, dass die schmutzigen Klamotten, die sie am Abend auf dem Boden verteilen, von ganz allein zwei Tage später wieder wohlriechend und zusammengelegt im Kleiderschrank landen. Wir verteilen die Aufgaben gerecht und nach Vorlieben. Abends vorm Zubettgehen wird der Fußboden des Kinderzimmers wieder begehbar gemacht und da wird auch mal nach dem System „ich räume alles mit der Farbe lila auf…“ gearbeitet. Ich bin da offen und freue mich über die Kreativität meiner Mädels (die mich auch oft genug zum Lachen bringt). Sie räumen aber auch sehr gerne die Spülmaschine ein und aus – leider noch nicht immer nach meinem System (erst, wenn das Geschirr sauber ist, ausräumen oder das schmutzige Geschirr so, dass auch alles reinpasst) –mh. Deshalb dann doch erstmal lieber beim Tischdecken, beim Kochen und Backen helfen. Schritt für Schritt.

Gibt es bei dir zuhause einen Haushaltsplan und wenn ja, wie funktioniert der?

Ganz ehrlich – den idealen Plan habe ich noch nicht gefunden. Wer ihn hat, nur her damit, ich freue mich über alle Tipps und Ideen! Eine Zeit lang habe ich nach dem Prinzip „jeden Tag ein Zimmer“ aufgeräumt, abgestaubt und geputzt. Das hat mich wahnsinnig gemacht. Heute gehen wir möglichst jeden Abend in einem zumindest aufgeräumten Zustand ins Bett und donnerstags ist der Tag des großen Reinemachens – da geht es allem an den Kragen und seitdem vergesse ich auch nie wieder Blumengießen!

Planst du das Essen/Kochen für die Familie vor? Stichwort Menüplanung.

Manchmal mache ich sogar einen Kochplan für die ganze Woche. Dann plane ich einen Großeinkauf ein und besorge dann nur noch frische Zutaten und Lebensmittel. Das spart viel Zeit und Geld und es bleibt wenig übrig! Für den Kochplan habe ich zwei Listen: Eine mit Lieblingsessen, die sich bewährt haben und alle mögen, und eine mit Ideen, die ich gerne mal ausprobieren will. Ich hatte mit den Jahren eine richtige Bibliothek in meiner Küche angesammelt. Und in jedem Buch und jeder Zeitschrift habe ich Rezepte markiert, die ich ausprobieren will. Aber ganz ehrlich, sobald ich das Buch zugeklappt habe und die Zeitschrift durchgeblättert war, war auch das Rezept vergessen. Außerdem kann ich anhand des Plans auf ausgewogene Zufuhr von Fisch, Gemüse und Proteinen achten.

Dein bester Ordnungstipp für Mamas:

Zu viele Regeln sind doof! Vergleiche sind Zeitverschwendung – wir sind alle toll!
Aber der Flur muss meiner Meinung nach immer aufgeräumt sein. Der erste Eindruck zählt, wenn es spontan klingelt und ich persönlich gehe und komme auch wieder mit einem guten Gefühl nach Hause. Jeder hat bei uns eine Schublade, in der sich auf die Schnelle alles findet was jeder braucht um so wenig wie möglich Stress vor dem Verlassen der Wohnung zu haben.

Und um zwischendurch mal schnell für Ordnung zu sorgen: Wecker stellen – Unglaublich was in 7 Minuten aufgeräumt und sauber gemacht werden kann!

Kontakt zu Geraldine Binting
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