Meine heutige Gastautorin Laura kennst du vielleicht schon vom Artikel Ordnung für Kinderschuhe, den sie in Kooperation mit mir geschrieben hatte. Als 3-fach-Mama ist sie Expertin für Chaos im Kinderkleiderschrank und hat inzwischen viele Strategien entwickelt, um ihre Wohnung trotz Kindern ordentlich zu halten. Heute schreibt sie bei Geliebte Ordnung über mein Wunschthema Kinderkunstwerke sinnvoll aufbewahren. Da meine zwei Jungs mit dem Malen aktuell noch nicht so recht warm geworden sind, kann ich selbst dazu bisher nichts aus eigener Erfahrung beitragen. Deshalb heute Lauras Tipp für dich:

Beim Auspacken der Kindergartenrucksäcke kommen neben leeren Brotdosen, einer Handvoll Sand und gesammelten Steinen beinahe täglich ein paar Zeichnungen heraus. „Habe ich heute für dich gemalt“, sagt Jimmy stolz. „Das ist aber lieb. Und alles ist so schön orange!“, kommentiere ich das wilde Gekritzel. So richtig nach mühevoller Arbeit sieht das Kunstwerk nicht aus, aber man kann nie wissen, denn die seltsamsten Kritzeleien sind Jimmy die wichtigsten. Auf die ist er dann stolz wie Oskar und wünscht sich gebührende Anerkennung. Also klebe ich das orangene Gemälde an die Kühlschranktür. Auch in Luises Beutelchen entdecke ich drei Papierrollen, von den Erzieherinnen hübsch mit Geschenkband zusammengeknotet. „Für Mama“ steht überall drauf, und ich suche nach einem würdigen Platz an den mit Kinderbildern tapezierten Küchenschränken.

Unsere Möbel sind seit drei Jahren gepflastert von bunten Bildchen. Das heißt, ganz so bunt sind sie nicht. Jimmy malt nur in Orange, Luise bevorzugt Lila und die Kunstform kann man eher als „abstrakt“ denn als „gegenständlich“ bezeichnen.

Zu den Bildern kommen der Jahreszeit entsprechend Basteleien hinzu und so hängen auch von den Decken Kunstwerke in Form von Ostereiern, Laternen, Mobiles und Bügelbildern. Im Regal steht Jimmys selbst gebasteltes Schuhkarton-Theater und ein von Papa und Sohn in der Jugendkunstschule entworfener Drache mit gigantischen Ausmaßen liegt seit Wochen auf unserem Balkon.

Was machen wir nur mit all den Schätzen, frage ich Anton. Ich liebe es, wenn Kinder kreativ sind, und ich staune über all die tollen Sachen, die sie aus dem Kindergarten mitbringen. Aber so langsam möchte ich auch wieder ein bisschen mehr Platz für andere Dinge, eine Vase voll Blumen zum Beispiel, oder Bilder auf dem Regal. Also heißt es Platz schaffen, ohne die Gefühle der kleinen Künstler zu verletzen.

Und deshalb berichte ich heute davon, wie wir in unserer Familie die Fülle an Bildern, Basteleien und sonstiger Kinderkunst sortieren, aufbewahren und ja, ich gebe es zu, auch mal entsorgen.

Bilder aufbewahren: weniger ist mehr

Zunächst einmal kommen die aktuellsten Werke von Picasso Junior und seiner Schwester an den Kühlschrank. Damit es ein wenig hübscher aussieht, benutze ich buntes Washi Tape anstelle von gewöhnlichem Tesa. Die alten Zeichnungen hänge ich ab. Wenn es sich dabei um ein besonders schönes Exemplar handelt, beschrifte ich sie auf der Rückseite mit Namen und Datum und bringe sie in den Keller. Hier habe ich für jedes Kind eine XXL-Zeichenmappe, in die ich die Bilder einsortiere.

© Laura Fröhlich, heuteistmusik.de

© Laura Fröhlich, heuteistmusik.de

Alle anderen Zeichnungen kommen in die Küchenschublade, um dann nach ein, zwei Wochen in den Müll zu wandern. Es kann nämlich mal vorkommen, dass Jimmy nach Hause kommt und erstaunt fragt, wo denn der von ihm gemalte Dinosaurier gelandet ist, der bis heute Morgen am Kühlschrank hing. Zum Glück passiert das eher selten.

Luise, fast drei Jahre alt, bemalt ratz fatz sieben Blätter breitflächig mit sehr, sehr viel lila Wasserfarbe. Die Betonung liegt dabei auf Wasser. Jimmy malt sowieso lieber Buchstaben. Aber erst neulich kam er mit einem großformatigen Poster nach Hause, das wirklich wunderschön geworden ist. Die Farbwahl und die Motive sind so hübsch, dass es auch als wertvolles Kunstwerk durchgehen könnte. Und so habe ich beschlossen, das Bild im Baumarkt rahmen zu lassen und in meinem Arbeitszimmer aufzuhängen.

Tipps zum Aufbewahren von Kinderzeichnungen

  • Wir haben ein Baby-Album für jedes Kind. Hier klebe ich immer mal wieder ein Bild ein, um die Bastelleidenschaft zu dokumentieren
© Laura Fröhlich, heuteistmusik.de

© Laura Fröhlich, heuteistmusik.de

  • Eine Bilderrahmenleiste vom Möbelschweden ist eine prima Idee, um die Gemälde hübsch in der Wohnung auszustellen und regelmäßig auszutauschen
  • Eine andere kreative Möglichkeit: eine Holzleiste bunt bemalen und mit hölzernen Wäscheklammern bekleben. Hier können jeweils die neuesten Bilder aufgehängt und ausgetauscht werden
  • Um die Bilder ordentlich zu archivieren ohne unnötigen Platz zu beanspruchen, könnt ihr sie abfotografieren oder einscannen und auf dem PC abspeichern. Es ist echt interessant, wie sich Kinderzeichnungen verändern und sich die Künstler weiterentwickeln. Vielleicht habt ihr sogar Zeit und Muße, daraus ein Fotobuch zu machen und dem Kind jetzt oder in einigen Jahren zu schenken?! Auf jeden Fall können die Originale aber ohne Gewissensbisse entsorgt werden!
  • Kreative Mamas können zusammen mit ihren Kindern aus Zeichnungen hübsche Grußkarten herstellen: Einfach gewähltes Motiv säuberlich ausschneiden, auf Blankokarte kleben und mit Washi-Tape, Stickern o.ä. verzieren – fertig ist die individuelle Grußkarte zum Verschicken und Verschenken.
  • Ein außergewöhnliches Werk darf gerahmt oder auf andere, besondere Weise präsentiert werden. Wie wäre es, es auf ein Kinder-Shirt drucken zu lassen?

Gebasteltes aufbewahren: von Staubfängern verabschieden

Ich stehe in unserem Keller vor einem großen Problem: wohin mit den Laternen? Es werden von Jahr zu Jahr mehr, zwei um genau zu sein, und künftig brauche ich Platz für drei Stück pro Herbstsaison. So groß ist unser Keller nicht, und daher habe ich mich dazu entschieden, immer nur die aktuellste Version zu bewahren. Die anderen kommen, so leid es mir tut, in die Tonne. Aber zuvor fotografiere ich die Einzelstücke, um das Bild später ins Kinder-Album zu kleben, so viel Respekt muss sein. Die Kinder habe ich vorher um Erlaubnis gefragt, und sie sind sogar einverstanden. Das mache ich nun mit allen gebastelten Dingen, die sich bei uns ansammeln – denn anderenfalls werden wir nicht mehr Herr über all unsere Staubfänger. Herzallerliebste Kleinigkeiten wie zum Beispiel der süße Pilz, den Luise mit zarten eineinhalb Jahren gebastelt hat, habe ich in ihre Schatzkiste gelegt.

Das ist eine große Box für jedes Kind, in das ich wertvolle Erinnerungsstücke hineinlege wie das Geburtsarmbändchen, die ersten paar Schuhe oder das zerfledderte Lieblingsbilderbuch.

Tipps zum Aufbewahren von Kinderkunst

  • Kauft eine große Kiste, bemalt oder beklebt sie zusammen mit dem Kind, und beschriftet sie mit seinem Namen. Da hinein kommen die schönsten Schätze, von der ersten Laterne bis zum bemalten Osterei. Größere Werke werden abfotografiert und als Bild mit hinein gelegt.
  • Macht im Wohnzimmer-Regal ein wenig Platz. Hier darf jedes Kind sein aktuelles Lieblingsstück präsentieren. Kommt ein neues, muss das alte weichen.
  • Sind es mehrere gebastelte Kleinigkeiten, könnt ihr sie an einen hübschen Zweig hängen oder ein Mobile daraus basteln.
  • Besprecht mit den Kindern, dass ihr nicht alles aufbewahren könnt und wollt. Dann bestimmt gemeinsam, was bleiben darf und was den Weg in die Mülltonne findet.

Auf Pinterest führe ich ein kleines Board mit ein paar netten Ideen:

Folge Heute ist Musiks Pinnwand „Was tun mit Kinderkunstwerken?“ auf Pinterest.

Lauras Blog: Heute ist Musik

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Liebe Laura, vielen Dank für deine tollen Ideen. Ich selbst habe bisher nur eine Schnur an die Wand gepinnt und hänge die Handvoll kleiner Bilder daran, die unser 3-Jähriger aus dem Kindergarten mit nach Hause bringt. Jetzt bin ich auf jeden Fall gerüstet, falls die große Malerei noch los geht. Ich würde mich als alte Bastlerin sehr darüber freuen!

Und nun, zur Autorin

© Laura Fröhlich, heuteistmusik.de

© Laura Fröhlich, heuteistmusik.de

Laura lebt mit Mann und drei Kindern (vier + zwei Jahre + Baby) in der Nähe von Stuttgart. Sie ist freie Texterin und Journalistin und kann auch privat das Schreiben nicht lassen. Deshalb stärkt sie mit ihren Kolumnen auf dem Blog „Heute ist Musik“ (www.heuteistmusik.de) die Lachmuskeln vieler Eltern. Im Mai kommt Kind Nummer drei auf die Welt und Laura ist gespannt, ob es dann noch mehr zu lachen gibt. Eines weiß sie aber sicher: in einer Familie mit vielen Kindern ist Ordnung das halbe Leben!

 

Wie ist das bei dir? Bewahrst du alle Bilder auf, die deine Kinder malen oder schmeißt du sie weg? Und was machst du mit größeren Bastelstücken, wenn du nicht gerade in einer rießen Villa mit viel Platz wohnst? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

 

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