Unser Umzug im Juli hätte eigentlich ganz leicht vonstatten gehen können. Immerhin sind mein Mann und ich beinahe „Umzugsprofis“ – ich selbst bin inzwischen 16. Mal umgezogen, er 17. Mal. Aber nur EIGENTLICH. Denn diesmal hatten wir unsere zwei Kinder mit dabei und wir hätten nie gedacht, um wie viel aufwändiger es ist, einen Umzug als Familie zu organisieren. Wie auch immer: Es hat alles gut geklappt und wir haben schon nach kurzer Zeit unser neues altes Häuschen eingerichtet und fühlen uns richtig wohl darin.

Ohne ein Umzugsunternehmen hätten wir das allerdings nicht geschafft. Wir haben noch ausführlicher Recherche das Umzugsunternehmen Scheuerer aus Nürnberg beauftragt, das auch sämtliche Dübelarbeiten und die Montage der Küche übernommen hat. Und wir sind so froh darüber, denn zum Umzugstag stand der wichtigste Teil der Küche und wir konnten Herd, Kühlschrank und Spüle schon nutzen, um alle mit Essen zu versorgen. Das war mir gerade als Mutter sehr wichtig, denn nichts ist schlimmer, als hungrige Kinder, oder?

Neben den vielen Tipps, die wir im Vorfeld zum Thema Umzug gelesen haben, haben sich einige während des großen Tags als besonders hilfreich herausgestellt. Ich teile sie hier gerne mit dir – vielleicht kannst du sie ja mal gebrauchen.

Umzugskisten beschriften mit farbigen Zetteln

Umzugskisten beschriften mit farbigen ZettelnEinfach nur beschriften kann jeder. Aber auf jede Kiste sowohl den zukünftigen Raum, als auch den groben Inhalt zu schreiben, ist für Fortgeschrittene. Damit es die Helfer leichter haben, habe ich für jeden Raum eine unterschiedliche Papierfarbe gewählt und vor dem Packen die Zimmernamen auf die Zettel gedruckt. Dann nur noch schnell mit Edding den Inhalt der Kiste draufgeschrieben und ihn mit Klebestreifen auf die Kartons geklebt. Fertig.

Wichtig beim Kleben: Alle Zettel auf die gleiche Kartonsseite kleben, so dass man sie beim Stapeln gut lesen kann. Wir haben die kurze Kartonseite mit dem Griffloch gewählt und sind damit ganz gut gefahren.

Was mir im Nachhinein aufgefallen ist: Ich hatte viel zu viele Kartons für unser zukünftiges kleines Arbeitszimmer geplant, die dann nicht alle dort drin gestapelt werden konnten. Also überlege dir beim Packen eventuell eine Strategie für solche Fälle. Man verschätzt sich gerne mal, wenn man die Raummaße noch nicht so gut kennt.

Dieses Papier habe ich verwendet*:

Schrauben und Möbelteilchen in beschriftete Zip-Beutel an EINEM Ort lagern

Ihr kennt das sicher: Kaum ist der Umzug rum, sucht man verzweifelt nach den kleinen Metallnippeln, die die Regalböden im Bücherregal tragen sollen. Und wo sind sie? Also wieder los zu Ikea und Ersatz besorgen, während man zuhause eigentlich weiter Kisten ausräumen könnte. Um dir das zu ersparen, packe die Einzelteile bei der Demontage gleich in einen Zip-Beutel und beschrifte ihn. Wir haben übrigens die Löcher im Regal zusätzlich mit dicken Wachsstiften unserer Kinder markiert, so dass wir nach dem Umzug nicht lange überlegen mussten, wie noch mal der ideale Abstand der Bretter zueinander war.

Unsere Zip-Tüten lagerten übrigens im Werkzeugkasten, den wir hüteten, wie unseren Augapfel, und er sowieso ständig im Einsatz war.

Beschriftung Möbel und Einzelteile

Ich war schon bei Umzügen, bei denen am Umzugstag alle Möbel noch zusammengebaut waren und Kisten nicht fertig gepackt. Ich finde das furchtbar und denke, am Morgen des Umzugs sollte alles zum Tragen bereit sein. Bis auf die Möbel natürlich, die die Umzugsfirma auseinander bauen soll.

Für alle anderen Möbel und Einzelteile gibt es einen guten Trick: Klebe auf jedes Teil eine doppelte Lage Krepp-Klebeband und schreibe mit Edding kurz darauf, um was es sich handelt und in welches Zimmer das Teil gehört. So muss später beim Umzug keiner nachfragen und es geht wirklich viel schneller. Doppelt übrigens deshalb, weil du damit nicht die Farbe des Eddings auf das Holz durchdrückst. Und das wollen wir ja nicht, gell?

Baustrahler besorgen

Möglicherweise wirst du am Abend des Umzugstags noch nicht (alle) Lampen installiert haben. Um dennoch genügend Licht zu haben und auch im Dämmern noch weiterarbeiten zu können, empfehlen sich ein, zwei Baustrahler* mit genügend Lichtleistung. Du kannst sie einfach in eine beliebige Steckdose anschließen und dann in jedem beliebigen Raum bis in die Puppen weiterräumen und –schrauben. Das finde ich persönlich sehr praktisch.

 

Notfall-Tasche

Es hat sich bewährt, eine Tasche mit den wichtigsten Dingen zu packen, die man die ersten beiden Tage für alle Familienmitglieder braucht. Von der Unterhose bis zur Zahnbürste ist so alles beisammen. Und bitte vergiss nicht, Haargummis, Toilettenpapier oder Pflaster dazu zu packen. So kannst du entspannt in den Umzug starten und musst nicht totmüde abends nach der dringend ersehnten Zahnpasta suchen. Hier meine Tipps für die Notfall-Tasche:

  •     Zahnbürsten und Waschsachen
  •     Kleidung für Tagsüber und Schlafanzüge
  •     Schuhe und Socken
  •     Regenjacken
  •     Handyladekabel
  •     Kuscheltiere
  •     Medikamente (Fieber, Kopfweh) und Verbandszeug

Raumplanung

Vor dem Umzug solltest du die wichtigsten Räume genau ausmessen und mit der Planung der Möbel starten. Wenn du auf dem Papier den Grundriss deiner Wohnung aufgezeichnet hast, fällt es leichter, Möbel realistisch in der Wohnung zu verteilen. Ist die Planung komplett, klebe für jedes Möbelstück ein Stück Papier mit Kreppband an die jeweilige Stelle im Raum. So können deine Umzugshelfer (oder du selbst) gleich alles an die richtige Stelle stellen, wenn es soweit ist. Damit verhinderst du auch, dass 20 schwere Umzugskartons zur Seite gerückt werden müssen, bevor du ein einziges Bücherregal aufstellen kannst.

Umzugskartons richtig auswählen

In einem anderen Ordnungsblog habe ich letztens gelesen, wie hilfreich es sei, für den Umzug Bananenkartons zu verwenden. Das hab ich als Studentin auch mal gemacht, aber heute nach vielen weiteren Umzügen denke ich, Profi-Umzugskartons sind einfach die beste Wahl für einen Umzug. Warum?

  • Sie lassen sich durch Standardmaße optimal im Umzugswagen stapeln (verbraucht weniger Platz)
  • Sie lassen sich gut tragen (verstärkte Tragegriffe)
  • Sie reißen bei richtiger Beladung selten ein
  • Sie haben einen hohen Wiederverkaufswert

Wir haben speziell für Bücher und Schallplatten diese kleinen Umzugskartons* verwendet und ansonsten die Standard Profi-Kartons von unserem Umzugsunternehmen.

Nach dem Umzug haben wir ein Foto davon gemacht und sie sofort wieder via ebay Kleinanzeigen verkauft. Dabei haben wir 60 % des Originalpreises wiederbekommen. War ganz leicht und hat nur zwei Tage gedauert.

Bevor du auf die Idee kommst, dir nach deinem Umzug den wertvollen Platz im Dachboden mit 100 Kartons zu belegen, weil du eventuell wieder irgendwann umziehst: tu es nicht und verkaufe die Kartons lieber gleich wieder. Du bekommst im Zweifel ganz schnell Ersatz, falls du wieder umziehen solltest.

EINEN Ort für die wichtigsten Dinge schaffen

Gerade im Trubel eines Umzugs ist es wichtig, essenzielle Gegenstände wie Schlüssel, Handy, Geldbeutel und Papiere immer wieder zu finden. Umso wichtiger ist es, sofort einen neuen Ort zu definieren, an dem diese Dinge liegen. Das erspart dir jede Menge Stress und Zeit, die du sonst mit Suchen verbringen würdest.

Musste ich selbst schmerzvoll erfahren, als mein Schlüssel im neuen Haus erstmal nicht auffindbar war. Ich habe meine Lektion daraus gelernt. Der Schlüsselkasten hängt. 🙂

Essen planen

Nichts ist besser für die Moral beim Umzug als genügend leckeres Essen. Also plane voraus und kümmere dich um leckeres Essen, vor allem in ausreichender Menge. Frage vorher nach, wie viele vegetarische (oder vegane) Mahlzeiten gewünscht werden. Unterschätze nie den Hunger von starken Umzugshelfern und denke auch an (gekühlte) Getränke.

Wir haben für den Umzug belegte Semmeln beim Metzger bestellt und gleich früh morgens abgeholt. Für Mittags hatte ich Chilli Con Carne (scharf/nicht scharf) vorgekocht und eingefroren – das geht natürlich nur, wenn dir zum Umzugstag ein Herd zur Verfügung steht, auf dem du das Essen heiß machen kannst.

Und bei den Getränken habe ich für den Tag meine Öko-Überzeugung ignoriert und 0,5 PET-Flaschen beim Discounter gekauft mit Apfelschorle und Mineralwasser. Denn große Flaschen und Gläser funktionieren an so einem Tag eher schlecht.

Was auch gut war: Vorher einen guten Pizzadienst recherchieren und sehr rechtzeitig bestellen, damit nicht alle lange auf die Pizza warten müssen. Und denk daran, dass viele Pizzadienste Samstag Mittag geschlossen haben!

Werkzeugkasten im Auto lagern

Wir hatten drei Wochen, in denen wir schon den Schlüssel zur neuen Wohnung hatten, aber noch in der alten lebten. In dieser Zeit waren Handwerker im neuen Haus und wir haben selbst schon einige Dinge vorbereitet. Wirklich hilfreich war ein Basis-Werkzeugkasten, die Bohrmaschine und wichtige Klebebänder etc., die wir immer im Auto gelassen haben. So konnten wir in jeder Wohnung darauf zugreifen, egal wo gerade ein Regal auseinander geschraubt oder eine Lampe montiert werden sollte.

Und wenn du jetzt noch nicht genug hast, kann ich folgende Artikel mit Umzugstipps zum Weiterlesen sehr empfehlen:

Hast du bei deinem letzten Umzug etwas getan, was sich als hilfreich herausgestellt hat? Hinterlasse gerne einen Kommentar mit deinen besten Tipps – ich fasse alle Leserkommentare aus Facebook, Instagram und dem Blog noch mal in einem extra Post zusammen.

Mit ordentlichen Grüßen

Deine Julia

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