Wenn du gerne kochst oder backst, sieht es bei dir zuhause vermutlich ähnlich aus, wie bei mir. Diverse Kochbücher stapeln sich im Wohnzimmerregal und in der Küche. Kochzeitschriften liegen mit Einmerkern versehen im Zeitschriftenkorb. Aus Wohn- oder Frauenzeitschriften sammeln sich einzeln herausgerissene Seiten mit Rezepten auf dem Schreibtisch und in den Browserlesezeichen warten jede Menge Chefkoch-Links darauf, ausprobiert zu werden. Wie du vielleicht schon auf Instagram gesehen hast, plane ich die Rezepte für die Woche meistens vor und somit war ich auf der Suche nach einer Möglichkeit, um die Lieblingsrezepte der Familie schnell zur Hand zu haben und um ganz leicht nach bestimmten Stichwörtern suchen zu können. (Alle Menüpläne, die es in den Blog schaffen, findet ihr übrigens in dieser Kategorie für Wochenkochpläne.)

Sind im Tiefkühlschrank oder in der Vorratskammer also getrocknete Tomaten, Fischfilet und Brokkoli, möchte ich genau zu diesen Zutaten passende Rezepte finden. Ich fürchte mich übrigens nicht vor neuen Rezepten, die ich noch nie probiert habe. Ich freue mich eher, wenn ich damit auf neue Lieblingsrezepte stoße und Neues in der Küche ausprobieren kann. Und wenn ich mal keine Zeit habe, gibt es Pizza vom Lieblingsitaliener Dario. 🙂

Da ich sowieso ein Mensch bin, der digitale Strukturen mag und schon beinahe in liebevoller Bindung mit dem iPad verwachsen ist, lag es nahe, für die Rezeptsammlung das kostenlose Programm Evernote zu testen. Evernote ist im Prinzip eine elektronische Sammlung Notizbücher. Jedes Buch kann unzählige Unterseiten enthalten. Jede darin abgelegte Notiz kann mit Stichwörtern versehen werden – bzw. Neudeutsch „getaggt“, um leicht wiedergefunden zu werden. Du kannst sowohl Texte, als auch Fotos und Websiten (z.B. ein Rezept, das online verfügbar ist) dort ablegen.

Rezepte organisieren: So nutze ich Evernote

Zunächst habe ich in Evernote Ordner angelegt, in denen ich alle ähnlichen Rezepte sammele. Folgende Kategorien habe ich für mich gewählt:

  • „Normales“ Essen
  • Currys & Eintöpfe
  • Pasta
  • Salate
  • Schmorgerichte
  • Beilagen
  • Soßen & Dips
  • Suppen
  • Kaltes zum Abendessen
  • Desserts
  • Backen
  • Für Partys

Nach der Installation von Evernote kann man mit dem gleichen Account auf allen genutzten Geräten zugreifen. Die Rezepte werden in der Cloud gespeichert und mit diversen Plugins kannst du Evernote z.B. von deinem Rechner zuhause oder im Büro nutzen (Plugin für Browser wie Firefox), mit einer Desktopversion (Software liegt auf eurem Rechner), sowie mit Apps auf eurem Smartphone oder Tablet. Zum kostenlosen Download direkt beim Hersteller.

Ich habe nun die Möglichkeit, ein Rezept direkt aus dem Browser (z.B. nach einer Google-Suche, von chefkoch.de, kochbar etc. oder aus Foodblogs) in Evernote zu speichern und dabei Tags (Keywords/Schlüsselwörter) zu vergeben. Finde ich ein interessantes Rezept in einer Zeitschrift oder habe ich in einem Kochbuch nur eine Handvoll guter Rezepte, fotografiere ich die jeweilige Seite mit dem Smartphone und kann das Foto ebenfalls direkt in das passende Notizbuch in Evernote verschieben. Nach ein paar Sekunden Synchronisierzeit ist das Rezept dann auf allen Endgeräten, auf denen ich mit meinem Evernote-Account eingeloggt bin, verfügbar.

Beim Taggen achte ich darauf, alle relevanten Zutaten bei einem Rezept einzugeben, so dass meine „umgekehrte Suche “ gut funktioniert. Bei einem Nudelsalat mit Brokkoli, getrockneten Tomaten und Pinienkernen. Würde ich also genau diese Begriffe zum Rezept abspeichern. In meinem Fall „Pasta, Brokkoli, Tomaten, Pinienkerne“.

Vorteile von Evernote zum Rezepte sammeln

  • Perfekte Übersicht über alle Lieblingsrezepte
  • Schriftliche Ergänzungen zum Rezept oder eigene Fotos sind einfach möglich
  • Rezepte sind von überall aus verfügbar
  • Kochbücher, die nur einzelne gute Rezepte enthalten, können ausziehen > spart Platz.
  • Kochzeitschriften und lose Rezeptseiten können ins Altpapier
  • Du sparst Papier (Ausdruck von Rezepten unnötig)
  • Schnelle Suche von passenden Rezepten aus eigener Sammlung

Nachteile von Evernote zum Sammeln von Kochrezepten

  • Ihr braucht ein elektronisches Endgerät (Smartphone, Tablet etc.) in der Küche beim Kochen (oder druckt euch zur Not das Rezept aus Evernote noch mal aus)
  • Taggen und Fotografieren von Papierrezepten ist zeitaufwendig
  • Tablets gehen beim Kochen gerne in den Ruhezustand über und müssen immer wieder angeschaltet werden, wenn man die Energieeinstellungen nicht entsprechend ändert.

Mein erstes Fazit nach ein paar Monaten Evernote zeigt: Ich liebe die leistungsstarke Suche und bin bei der Wochenkochplanung viel schneller, als früher. Womit ich ein wenig im Hintertreffen bin, ist das Fotografieren von Rezepten aus Wohn- und Kochzeitschriften. Die iPad-App von Evernote hat eine Fotofunktion, die schnell funktioniert, allerdings leider manchmal zuviel denkt. Beim Fotografieren interpretiert die Software Teile des Layouts als nicht mehr relevant und schneidet gerne mal was ab. Was aus meiner Sicht besser funktioniert, ist das Fotografieren mit der normalen Handykamera und dann der Upload der Fotos in Evernote. Schneller tippen kann ich außerdem am Rechner mit der normalen Tastatur, deshalb erledige ich gerne einen Stapel neuer Rezepte auf einmal, wenn ich Zeit habe, am Schreibtisch zu sitzen.

Trotz aller Technikverliebtheit behalte ich natürlich eine Handvoll Kochbücher aus Papier, die ich sehr gerne mag, bei denen das Layout und die Aufmachung sehr schön sind oder bei denen so viele Rezepte gut sind, dass sich das Fotografieren nicht lohnen würde.

Wie ist das bei dir? Wie findest du auf die Schnelle deine Lieblingsrezepte wieder? Wie organisierst du Kochbücher, Rezepte aus dem Netz und Zeitschriften?

Herzliche Grüße

Julia

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